Was ich jahrelang über mein Heil falsch verstanden habe – Mein persönliches Zeugnis

  • 10 Minuten zum Lesen

Parallel zu meinen Podcast-Beiträgen macht Daniel ja aktuell verschiedene Beiträge zu unserer Identität in Christus. Er erklärt, wie sich das Bewusstsein unserer neuen Natur durch die Identität in Christus auf den Blick auf uns selbst auswirkt. Welche lang geglaubten Lügen und Verwirrtheiten dann von uns abfallen und endlich Klarheit in unser Selbstbild reinkommt. Und wie diese Lügen dann mehr und mehr ihre Macht über uns verlieren.

Stattdessen dürfen wir immer mehr in die Freiheit und übernatürliche Stärke hineinwachsen. Unabhängig davon, welche Fehler wir machen, weil wir immer noch am Wachsen sind. Weil wir immer noch dabei sind, unsere Gedanken zu erneuern.

Wir lernen, was der Unterschied ist zwischen Heilig sein als Identität in Christus und dem Prozess der Heiligung, der ein Leben lang dauert und der auch bedeutet, dass wir bis zum Ende unseres Lebens mit Sünde zu kämpfen haben werden, dass diese Sünde dabei aber keinerlei Auswirkung auf unser Heil und unsere Stellung vor Gott hat.

Ich will euch heute mal mein persönliches Zeugnis dazu erzählen, was die Erkenntnis über diese kraftvollen, essenziellen Wahrheiten in meinem Leben und meiner Beziehung zu Jesus bewirkt hat.

Dazu will ich erzählen, wie ich das Thema Heil und Erlösung früher gesehen habe, wie ich zu meiner jetzigen Sichtweise gekommen bin und auch welche „Zwischenstationen“ es auf dem Weg dahin noch so gab.

Also… ein wichtiger Aspekt ist erstmal, dass ich christlich aufgewachsen bin und von Anfang an von Gott und Gemeinde geprägt worden bin. Ich bin also quasi seit ich ein Baby bin, mit meinen Eltern in eine pfingstlich geprägte Freikirche gegangen. Dafür bin ich Gott von Herzen dankbar und empfinde es bis heute als großes Privileg, weil ich so vor vielen zerstörerischen Dingen bewahrt worden bin, die die Welt normalerweise so handhabt.

Mit 11 Jahren hatte ich meine erste Begegnung mit Jesus und hab ihm mein Leben gegeben. Das war die erste wichtige persönliche Entscheidung in Bezug auf meine Beziehung zu Jesus.
Doch ich war natürlich vielen Kämpfen und Versuchungen ausgesetzt, denen Teenager bekannterweise so ausgesetzt sind. Mit 14 Jahren war ich auf meiner ersten Jugendkonferenz- einer Holy Spirit Night – in Stuttgart. Dort hatte ich auch besondere Momente mit Jesus, Er hat mich sehr berührt und ich schwebte gefühlt auf „Wolke 7“ mit Ihm.

Da kurz danach eine Taufe bei uns in der Gemeinde durchgeführt wurde und ich so Feuer und Flamme war, hatte ich mich entschieden, mich taufen zu lassen. Ich war wie gesagt 14, fast 15 Jahre alt.

Das Problem dabei war nur, dass ich nicht verstanden hab, wobei es in einem Leben mit Jesus wirklich geht. Ich befand mich durch die Jugend-Konferenz auf einem emotionalen Hoch und dachte, dass DAS die Realität eines Lebens mit Jesus ist: ich bin immer glücklich, darf immer die Nähe Gottes spüren und die negativen Umstände sind eine Seltenheit.

Naja… und obwohl dieses anfängliche Feuer in der Zeit meiner Taufvorbereitung mehr und mehr abflachte, wollte ich keinen „Rückzieher“ machen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich einmal auf dem Weg zur Schule zu Gott sagte:„Gott, egal wie weit ich mich in meinem Leben auch mal von dir entferne, ich weiß, ich werde nie ganz von dir weggehen. Das weiß ich zu 100%.“

Die Taufe symbolisiert aber, dass wir dem alten Leben den Rücken kehren und ab jetzt für und mit Jesus leben. Eben diese Erkenntnis hat mir gefehlt. Dementsprechend hat sich nach meiner Taufe nicht sehr viel ins Positive gewendet. Stattdessen bin ich richtig stark in Sünden und Kämpfen versunken. Ich fühlte mich voll leer – sogar schon auf dem Heimweg an dem Tag meiner Taufe.

Mit der Zeit merkte ich mehr und mehr: Ich hab keine wirkliche Beziehung zu Jesus. Doch das hatte ich mir sehr gewünscht. Kurz vor meinem 18. Geburtstag ging es mir aufgrund von schwierigen Umständen mental sehr schlecht und meine Sehnsucht nach einer echten Beziehung zu Jesus wurde immer größer.

Ich merkte, dass Gott will, dass ich bestimmte Dinge, die mich sehr eingenommen haben, loslasse. Doch an diese Dinge hatte ich irgendwie mein Herz gehängt und hab versucht, von diesen Dingen Erfüllung zu bekommen. Daher konnte und wollte ich diese Dinge nicht loslassen.

Kurz nach meinem 18. Geburtstag kam ich dann an den „Tiefpunkt“ meines Lebens. Ich habe dann vor Gott kapituliert, alles losgelassen und Ihm hingegeben. Ich wusste, ich brauche Ihn so sehr und ich wusste auch: ich kann und will nicht mehr ohne Ihn.

Am Tag darauf hatte ich meine Wiedergeburt. Dieses Erlebnis war das Schönste, was ich bisher in meinem Leben erlebt hab. Es gibt keine schönere, krassere und mehr besondere Erfahrung als dieser Moment: als der Heilige Geist mit Seinem wunderschönen Licht in mein Herz eingezogen ist. Ab diesem Moment war ich eine neue Schöpfung. Doch was es genau bedeutet, eine neue Schöpfung zu sein, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich verstanden.

In meinem Leben gab es eine 180 Grad-Wende. Jeder hat es mitbekommen, und ich konnte nicht schweigen. Überall und jedem musste ich von Jesus erzählen und von dem, was ich mit Ihm erleben durfte, bzw. was er in mir und meinem Leben verändert hat. Von meinen bisherigen Schwächen – wie bspw. Aggressionsproblemen – war erstmal nichts mehr zu sehen.

Was ich in dieser Zeit aber auch voll gemerkt hab, ist dass ich sehr bereut hatte, mich damals als Teenager taufen zu lassen. Denn nun, wo ich Jesus wirklich zum Herrn meines Lebens gemacht hatte, da hab ich gemerkt: JETZT wäre der richtige und passende Zeitpunkt gewesen, mich taufen zu lassen… und insgeheim wünschte ich mir eine zweite Chance dafür. Doch es war keine ernsthafte Option. Ich wusste, ich bin bereits getauft und jetzt ist es halt so. Dazu später mehr.

Wie auch immer… ein paar Monate nach meiner Wiedergeburt begannen dann diese typischen Kämpfe und Zweifel, ob ich wirklich noch errettet bin. Weil ich Kompromisse eingegangen bin, Jesus nicht mehr an die erste Stelle gesetzt hab und mich mehr und mehr mit unwichtigen, irdischen Dingen gefüllt hab, die mein Fleisch sehr genährt und somit gestärkt haben.

Von dem Kampf zwischen Geist und Fleisch, davon hatte ich damals nichts verstanden.
Mein damaliges Bild von Heil und Erlösung sah so aus- und das ist jetzt ein entscheidender Part, um zu verstehen, warum später die Erkenntnis über meine Identität in Christus so viel in mir verändert hat und auch mein Bild auf mich und auf Gott komplett geändert hat.

Also, meine damalige Sichtweise auf Heil und Erlösung durch Jesus sah so aus: Jesus ist für unsere Sünden gestorben und hat den Weg für Erlösung und Vergebung frei gemacht. Doch wenn wir sündigen, sind wir wieder von Gott getrennt. Damit wir dann quasi wieder safe sind, müssen wir um Vergebung bitten und dann ist alles wieder gut. Später kam dann noch der Aspekt dazu, dass wir nicht nur Gott um Vergebung bitten, sondern auch unsere Sünden bei einem anderen Menschen bekennen müssen. Dann sind wir wieder reingewaschen und dann ist alles gut.

Doch weißt du, was diese Denke für einen ständigen hohen Druck in mir ausgelöst hat? Ständig “verlor” ich quasi meine Erlösung und war in andauernder Gefahr, dass – wenn Jesus jetzt kommen würde – ich in der Hölle landen könnte.

Denn, wenn ich gesündigt habe, dann bin ich natürlich nicht sofort in dem Moment zu Jesus und hab um Vergebung gebeten, sondern ich hab mich extrem schlecht gefühlt. Und bin dann erstmal von Gott auf Distanz, weil ich mich nicht würdig gefühlt hab, zu Ihm zu kommen. Und ich hab mich, wie eine Heuchlerin gefühlt, die ständig bei Jesus „angekrochen“ kommt.

Zu glauben, dass Er mich wirklich bedingungslos liebt, damit hab ich mich auch schwergetan.

Mit 20 Jahren hab ich dann die Geistestaufe bekommen. Ich hatte fast 2 Jahre darauf gewartet und bei einer Konferenz in der Schweiz – exakt an meinem 20. Geburtstag, es war quasi Gottes Geburtstagsgeschenk an mich – da hab ich dann die Taufe im Heiligen Geist bekommen.
Außerdem hatte ich an dem Wochenende auch die Möglichkeit, mich ein zweites Mal taufen zu lassen. Diesmal mit dem richtigen Motiv und als wiedergeborener Mensch. Auf die zweite Taufe will ich aber nicht allzu detailliert eingehen.

 

Jetzt möcht ich nochmal auf mein früheres falsches Denken eingehen.
Ich hatte ja schon zuvor davon erzählt, dass ich ständig unter Kämpfen und Druck und „Heilsverlust“ gelitten habe. Und ich war mir sicher, dass das mit der Geistestaufe ein Ende haben würde. Meine Vorstellung war immer, dass man dann voll die Kraft hat, endlich nach Gottes Willen zu leben und die Sünden komplett hinter sich zu lassen. Doch dies war nicht der Fall.

Bzw. eigentlich hatte ich immer die Vorstellung, dass wenn man eine bestimmte, intensive Begegnung mit Jesus haben würde, das so eine starke Auswirkung haben würde, dass man dann ein für alle Mal stabil auf seinem Weg mit Jesus sein würde. Diese Erwartung hatte ich bspw. nach meiner Wiedergeburt. Doch wie du weißt, bin ich nicht dauerhaft stabil geblieben.

Ein paar Wochen nach meiner zweiten Wassertaufe und der Geistestaufe, stand ich wieder vor der nächsten Desillusionierung. Und ich fragte mich, was denn passieren muss, dass endlich DER ULTIMATIVE DURCHBRUCH kommt, auf den ich soo sehr wartete.

Und weißt du was? Dieser Durchbruch kam. Doch erst paar Jahre später. Und zwar nicht durch ein besonderes Erlebnis oder eine sehr intensive Berührung von Jesus, sondern durch die Erkenntnis der Wahrheit darüber, wie man WIRKLICH gerettet wird. Erst da hatte ich dann auch zum ersten Mal echte Heilsgewissheit. Und im selben Zeitraum dufte ich auch verstehen, was genau unsere Identität in Christus ist und was sie bewirkt. Doch bis dahin gab es noch ein paar andere „Zwischenstationen“.

2022 in der Zeit, als ich in Rumänien einen Missionseinsatz gemacht hatte, hat Gott in mir begonnen, die feste Überzeugung an Seine Liebe zu gründen und zu festigen. Ich hatte Römer 8:38-39 gelesen.

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Und zum ersten Mal, glaubte ich das wirklich von ganzem Herzen. Gott liebt mich bedingungslos. Egal, was ich getan hab, egal was ich nicht getan hab, egal mit wem ich bin und wo ich bin. Er ist immer bei mir und er liebt mich zutiefst, bedingungslos.

Irgendwie war es so, dass ich random einfach länger darüber nachgedacht hab und dann beschlossen hatte, es einfach zu glauben. Ich hab mich dazu entschieden. Diese Tatsache von Gottes Liebe zu mir zu glauben, hat mir extrem gut getan und mir voll die Sicherheit in meiner Beziehung zu Ihm gegeben.

Denn hör mal: Auch wenn es zu schön ist um wahr zu sein… Gottes Wort ist wahr. Und die Wahrheit macht frei. Vielleicht fühlt es sich anders an, als du erwartet hast, aber du wirst feststellen, dass Freiheit, die du durch Wahrheit empfängst wirklich die WAHRE Freiheit ist.

Anfang 2023 bin ich einen weiteren wichtigen Schritt gegangen.
Welcher Schritt das war, welche weiteren Zwischenstationen es gab und wie ich dann später zu meinem wichtigsten Durchbruch gekommen bin, das erfährst du im nächsten Beitrag.

Bis dahin, wie immer Gottes Segen dir!

Video zum Post:

Teile diesen Beitrag