Teil 3: Wie ich nach vielen Jahren endlich Heilsgewissheit bekam – Mein persönliches Zeugnis

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Willkommen zum letzten Teil von meinem persönlichen Zeugnis darüber, was ich jahrelang an meinem göttlichen Heil falsch verstanden habe und wie ich schlussendlich zu dauerhafter Heilsgewissheit gekommen bin.

Im letzten Beitrage habe ich angefangen zu erzählen, welche verschiedenen Sichtweisen, Gottesbilder und auch falsche Selbstbilder ich in meinem Leben so durchlebt habe.

Welche Prägungen und Erlebnisse mich zu diesen Sichtweisen geführt haben. Dass ich durch meine Gemeinde zu meiner heutigen Ansicht gekommen bin und wie ich dadurch auch nach vielen Jahren im Glauben endlich Heilsgewissheit erlangt habe.

Welche Lehre zu diesem Wandel und Durchbruch geführt hat, wie sich das auf meine Beziehung zu Gott, auf mein Gottesbild und auch auf mein Selbstbild ausgewirkt hat, werde ich dir im heutigen Beitrag erzählen.

Also… ich muss sagen, wichtig war für mich erstmal in gute geistliche Gemeinschaft reinzukommen. Denn im Nachhinein hab ich gemerkt, dass mein radikaler Wechsel zum calvinistischen Glaubensverständnis maßgeblich dadurch entstand, dass ich für ein paar Monate komplett im Alleingang, also ohne Gemeinde unterwegs war.

Der christliche Glaube ist nicht dafür gedacht, ihn alleine ohne Gemeinschaft zu leben.Wir entwickeln uns ohne Gemeinde nicht gesund weiter. Aber ja… deshalb war es mir wichtig das zu erwähnen, bevor ich auf die Lehre eingehe, die viel Wahrheit in mein Herz gebracht.

Relativ am Anfang der Zeit, in der ich in meine neue Gemeinde gewechselt hab, als ich seinen Hauskreis das erste Mal besucht hab, hat Daniel mir ein Buch empfohlen. Es heißt „Geist, Seele, Körper“, von Andrew Wommack.
Er meinte, das was da drin steht, wird dein Leben verändern. Zwar würde es zu Beginn vielleicht komplett gegen meine bisherigen Überzeugungen gehen und manches würde mir im ersten Moment vielleicht sogar wie Gotteslästerung vorkommen, aber er ermutigte mich, trotzdem auf jeden Fall mal zu Ende zu lesen.

Und… was soll ich sagen? Er sollte Recht behalten. Dieses Buch hat mein Leben wirklich komplett verändert. Warum?

Nun… zuallererst, weil ich endlich nicht mehr meine ständigen vermeintlichen „Heilsverluste“, aufgrund von Fehlern und Sünde hatte. Sondern nach 7 Jahren Wiedergeburt hatte ich zum ersten Mal echte, stabile, bis heute bestehende Heilsgewissheit. Auch, wenn ich seit diesem Moment sicherlich nicht fehler- und sündenfrei gelebt hab.

Als ein Mensch, für den Gott das allerwichtigste, also im Endeffekt die Lebensgrundlage ist, hat eine solche Veränderung auf jeden Fall lebensverändernde Wirkung.

Ich erklär dir jetzt mal den entscheidenden Inhalt des Buchs, der mein Heils-Verständnis so dermaßen verändert hat. Mein voriges Verständnis hatte ich dir im ersten Teil ja schon erklärt.
Was Andrew Wommack mir nun vermittelt hat, war Folgendes. Die Erklärung basiert primär auf 2. Korinther 5:17.

“Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Du erinnerst dich sicher, dass dieser Vers ein Schlüsselmoment bei meiner Wiedergeburt war.
Aber was er im Detail wirklich bedeutet, hab ich – bis ich dieses Buch gelesen hab – eigentlich nicht verstanden.

Andrew geht im Detail auf die sogenannte 3-Einigkeit des Menschen ein: Der Geist, die Seele und der Körper.

Der Geist ist der Part, mit dem wir mit Gott verbunden sein und mit Ihm klar kommunizieren können. Dieser Part des Menschen ist es, der beim ersten Sündenfall gestorben ist. Im Körper wohnt das Fleisch, dessen Begierden und Verlangen (ursprünglich eigentlich völlig neutral) durch die Sünde völlig verdorben und Gott-unwohlgefällig sind.
Die Seele verbindet diese beiden Teile und in ihr wohnt unser ‚Ich‘, unsere Persönlichkeit, unsere Gefühle, unser Bewusstsein und somit auch der Part, der alle unsere Entscheidungen trifft (grob zusammengefasst).

Aber auch, wenn die Seele der zentrale Teil unseres Seins ist, ist der Geist unser tiefster Kern und der Teil, indem unsere wahre Identität liegt. Woran du das deutlich merkst?

Vor der Wiedergeburt ist dein Geist tot und nicht durch den Heiligen Geist mit Gott verbunden: Deine Seele wird hauptsächlich von deinem Körper und den fleischlichen Begierden fast schon gesteuert und du hast keine Wahl, als diesen Begierden Folge zu leisten. Denn die Sünde ist dein Herrscher und du hast aus menschlichem Ermessen her keine Kraft, diesem starken Zug zu widerstehen. Außerdem ist deine Natur Anti-Gott. Sie will sich ihm weder unterordnen, noch ihm gefallen.

Das ändert sich radikal, wenn du Jesus in dein Leben einlädst, Ihn zum Herrn deines Lebens machst und Ihm deinen Willen und die Führung deines Lebens überlässt.In dem Moment wird dein Geist von Gott lebendig gemacht und sofort mit dem Heiligen Geist versiegelt, sozusagen eins gemacht mit dem Heiligen Geist.

Wir lesen dazu Epheser 1:13

„In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“

Etwas, das versiegelt ist, das ist verschlossen, da kann nichts mehr eindringen.
Und eben durch die Auferweckung deines Geistes wirst du eine neue Natur. Ein Mensch mit einem völlig anderen Kern. So als würdest du eine komplett neue DNA bekommen.

Und durch die Versiegelung ist das Ganze ein für alle Mal! Sodass du dein Heil und deine Erlösung nicht mehr verlieren kannst. Denn da du ja Christus stellvertretendes Opfer am Kreuz für deine Sünden angenommen hast, wurde dafür ja schon bezahlt. Egal, welche Fehler du tust: durch den Tod Jesu am Kreuz wurde Christus für dich zur Sünde und du wurdest zur Gerechtigkeit Gottes (s. 2. Korinther 5:21).

Ist das nicht heftig?! Das hat nichts mit Leistung zu tun, sondern das ist ein Geschenk Gottes, von Christus erkauft. Pure Gnade für den Menschen.

Ich möchte gerne an der Stelle nochmal den ganzen Abschnitt 2. Korinther 5:17-21 lesen.

„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat; weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.“

Also… wenn wir doch eine neue Schöpfung geworden sind, die Gott angeblich gefällt, warum haben wir dann nachwievor so viel mit Sünde zu kämpfen und handeln ganz oft nicht so, wie es Gott gefällt?

Die Antwort lässt sich in der Erklärung von zwei wichtigen Begriffen zusammenfassen:‚Geheiligt‘ und ‚Heiligung‘.

Durch die Wiedergeburt und den auferstandenen Geist sind wir IN CHRISTUS.
Somit teilen wir uns vor Gott unsere Identität gemeinsam mit Jesus Christus. Also wenn Er uns anschaut, sieht Er nicht mehr uns und unsere Fehler, sondern Er sieht Jesus und Seine Perfektion.

Was sich allerdings – im Gegensatz zum Geist – durch die Wiedergeburt nicht verändert und automatisch erneuert, sind unsere anderen beiden Hauptbestandteile: die Seele und der Körper.

Von nun an steht unsere Seele in einem Kampf von 2 verschiedenen Einflussquellen. Einmal vom erneuerten Geist und allen Inhalten, die wir konsumieren, die unseren Geist stärken, sowie natürlich jeder menschliche Umgang, der unserem Geist gut tut.

Die zweite Einflussquelle ist unser Fleisch, das im Körper wohnt, sowie alle Dinge, die wir konsumieren, die unser Fleisch stärkt, inkl. jedes menschlichen Umgangs, der mehr mit deinem Fleisch harmoniert, als mit deinem Geist. Also zum Beispiel unchristliche Freunde.

Galater 5:25

„Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“

Diese Bibelstelle zeigt deutlich, dass du zwar im Geist leben kannst (weil es ja deine neue Hauptnatur ist), dass du dich aber trotzdem entscheiden kannst, mehr auf deine alte Natur zu hören und dein praktisches Leben von ihr steuern zu lassen.

Das heißt, du musst dich aktiv dazu entscheiden – jeden Tag aufs Neue – dich jetzt von deinem Geist leiten zu lassen und anders zu handeln, als du es vorher getan hast.

Das geht aber nicht von heute auf morgen. Deine Seele und dein Körper müssen nach der Wiedergeburt lernen, dass es jetzt einen neuen Chef gibt, auf den sie hören sollen. Und das ist der Heilige Geist, der in deinem Geist wohnt und mit dem dein Geist jetzt komplett EINS ist.

Also: werde, was du bist. Diesen Prozess nennt die Bibel Heiligung.
Durch deine neue Identität in Christus bist du jetzt heilig. Perfekt. Vollkommen.
Und jetzt musst du einfach über die Zeit lernen, dich auch so zu verhalten.

Ja, dazu sind wir aufgefordert. Aber Gott verurteilt uns nicht und verstößt uns nicht, wenn uns das noch nicht gelingt. Auch nicht, wenn uns gewisse Dinge nach ein paar Jahren, oder vielleicht sogar Jahrzehnten immer noch nicht gelingen.
Denn Christus hat ja die ganze Strafe schon auf sich genommen. Du bist gerecht vor Gott. Und kein falsches Verhalten wird das jemals ändern.

Auch, wenn Sünde natürlich trotzdem negative Konsequenzen hat. Denn, was man sät, das erntet man. Wenn du mit einem gewissen Verhalten dem Teufel Raum gibst, oder ihm die Türe öffnest, dann wird er trotzdem eintreten. Auch wenn du zu Christus gehörst. Nur besitzen kann er dich nicht mehr. Weil du jetzt Gott gehörst. Aber beeinflussen und angreifen, das kann er trotzdem noch.

Ich könnte jetzt noch viel tiefer und in so manche Details gehen, aber ich würde gerne zum praktischen Teil übergehen: Nämlich wie die Erkenntnis dieser Wahrheiten sich im Alltag auf meine Beziehung zu Gott ausgewirkt haben.

Also… als allererstes muss ich sagen, hat es nicht mein Verhalten schlagartig verbessert. Aber ich habe mich bei Gott wirklich sicher und angenommen gefühlt. Ich hab es so genossen, nicht mehr diesen starken Druck zu haben, alles perfekt machen zu müssen, damit ich „gerettet bleibe“.

Die Konzentration meiner Gemeinde auf gesunde Lehre über die Identität in Christus hat mir außerdem geholfen, meinen Rest-Fragen und Zweifel in Bezug auf den calvinistischen Glauben, keine große Beachtung mehr zu schenken. Ich konnte mich also mit gesunder Lehre füllen, wirklich weiterkommen und somit aufhören, mich mit meinen unbeantworteten Fragen nur im Kreis zu drehen.

Und nach ein wenigen Monaten hat sich dieses Thema wie von selbst erledigt und Gott hat meine Fragen ganz plötzlich beantwortet, bzw. aufgelöst, indem Er mir durch eine bestimmte Kurzpredigt einen ganz neuen Blickwinkel auf bestimmte Bibelstellen gezeigt hat. Ich merkte an der Stelle deutlich, wie verblendet ich vorher war.

Naja… ich hatte nachwievor mit verschiedenen Dingen immer noch meine Kämpfe. Aber ich war in einem gesunden Umfeld, das mich immer wieder hochgezogen hat. Ich bekam Möglichkeiten, meine Gaben einzusetzen und so mehr und mehr, meine Zeit sinnvoll einzusetzen. Und meine Beziehung zu Gott wurde immer tiefer, vertrauter, stabiler und mein Leben sinnerfüllter. Weil ich nicht ständig gefühlt von vorne anfangen musste.

Denn um in einer Beziehung wirklich wachsen zu können, brauchst du als Fundament in erster Linie echte Annahme und die Sicherheit, dass die andere Person nicht geht. Auch wenn du Fehler machst. Denn der Druck, der sonst ohne diese Sicherheit und bedingungslose Annahme stark präsent in der Beziehung ist, der wird Fortschritt verhindern… weil Friede fehlt.

Du wirst dich die ganze Zeit darauf konzentrieren, keine Fehler zu machen, um den anderen nicht zu verlieren, aber dabei fokussieren sich deine Gedanken ja gerade auf die Fehler. Tja und dann ist klar, was bald passiert. Du machst erst recht Fehler.

Ja, und weißt du was Festigkeit in diesen Erkenntnissen noch in mir bewirkt haben? Lügen, Vorwürfe und Verurteilungen – egal, ob in Gedanken oder auch von nahestehenden Menschen in meinem Umfeld – sie verloren ihre Macht über mich. Denn ich weiß genau: Ich bin nicht das, was sie über mich sagen. Sondern ich bin in Christus.

Und in ihm bin ich zutiefst geliebt, wertvoll, gesegnet, angenommen und gerecht vor Gott. Unabhängig von meinen Fehltritten. Denn ich bin nicht das, was ich tue oder leiste. Sondern ich bin ein Kind Gottes und habe die Identität Christi geschenkt bekommen. Das zu wissen und aus dieser Erkenntnis zu leben, das ist wahre Freiheit.

 

Zum Schluss würde ich noch gerne sagen, dass ich keine einzige dieser „Stationen“, die ich mit Gott so durchlaufen bin, bereue. Denn sie haben mich zu dem Menschen geformt und an den Punkt gebracht, an dem ich heute stehe. Und für diesen Punkt bin ich sehr dankbar!

Und hätte ich nicht viele Lügen und „Fake-Evangelien“ geglaubt, dann könnte ich bestimmte Menschen nachwievor nicht verstehen, bzw. nachvollziehen. Und hätte sie weiter verurteilt.

Doch das ist natürlich komplett falsch. Wir sind nicht dazu gesetzt, Menschen zu verurteilen, sondern sie zu lieben. Aber abgesehen davon fühle ich mich – dadurch dass ich schon verschiedene Perspektiven in Bezug auf Gott und auf mich in ihm hatte – umso gefestigter und sicherer in ihm.

Die Tatsache, dass er mich bedingungslos liebt, trotz allen Sünden und groben Fehlern und allen Missverständnissen von ihm – die ich dann anderen auch noch weitergegeben hab – ja, diese bedingungslose Liebe ist einfach unendlich tief. Ich bin sehr dankbar, sie spüren und in ihrer Kraft leben zu können.

Außerdem muss ich sagen, verstehe ich durch meine persönliche Gottesreise auch voll, was wir in dem Bibelvers 1. Korinther 13:11 lernen.

„Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise.“

Gott hat mich und meine Beziehung zu ihm gebaut, geformt, verändert und er baut nachwievor an einem wunderschönen Mosaik-Meisterwerk. Und dasselbe tut Er auch in deinem Leben.

Also entscheide dich, deine vergangenen Fehler nicht ständig hochzuholen, immer wieder neu zu bedauern und dich von ihnen definieren zu lassen, sondern schließe Frieden mit deiner Vergangenheit. Lerne aus dem, was war. Schau dankbar und positiv in die Zukunft. Gott hat einen wunderbaren Plan mit dir.

Und gerade durch deine Schwächen wird Er sich selbst am meisten verherrlichen. Weil sie ein wunderbares Zeugnis von Gottes Gnade und allmächtiger Stärke sind. Wie er Schönheit aus Asche macht.

Gott segne dich, Kind Gottes! Sei dankbar und erfreue dich in ihm!

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