Wir sind nach wie vor in der aktuellen Bible Study Serie aus dem Leben von König Josaphat.
Der heutige Teil (übrigens der Zweitletzte) steht in 2. Chronik 20:1-26 und er ist der bekannteste Abschnitt von Josaphats Leben. In der ersten Folge habe ich gesagt, dass in meinen Augen insbesondere die Geschichten aus dem AT besonders gut verdeutlichen, wie sehr es sich lohnt, auf Gott zu vertrauen.
Und dass wenn wir uns in Notsituationen an Ihn wenden und auf Ihn schauen, Er auf wunderbare Weise eingreift. Oft sogar übernatürlich.
Die heutige Geschichte ist ein perfektes Paradebeispiel dafür.
Im letzten Teil haben wir ja gelesen, dass Josaphat sich mit einem gottlosen König verschwägert und verbündet hat, außerdem diesen gottlosen König in einem Kampf unterstützt hat, obwohl Gott durch einen Propheten vor diesem Angriff gewarnt hat.
Josaphat schwebte in diesem Krieg in Lebensgefahr, wurde jedoch von Gott gerettet.
Der Grund war, weil er noch zu Gott gehörte und auf ihn vertraute. Außerdem hat Gott Ihn auch begnadigt, weil er das Götzentum in Jerusalem abgeschafft hat.
Jedoch haben wir auch in 2. Chronik 19:2 gelesen, dass durch den Ungehorsam Josaphats, Gottes Zorn auf ihm war.
Ich glaube, dass dieser Zorn darin sichtbar wird, dass Josaphat nach einer gewissen Zeit von Feinden angegriffen wird. Gott lässt es zu, dass sie Josaphat angreifen.
Warum ich das denke: Vor dem Krieg, in den er mit Ahab zog, hatte er nämlich immer Ruhe und die Philister hatten ihm ja sogar regelmäßig Tribut gezahlt. Und nicht lange nach dem Krieg, den er zusammen mit Ahab geführt hatte, wird er von einer riesigen Feindesmacht bedroht.
Als Josaphat von dieser sehr großen Feindesmacht angegriffen wird, wendet er sich an Gott. Er hat Angst, ist verzweifelt und befindet sich in einer sehr bedrohlichen, ausweglosen Lage. So demütigt er sich vor Gott und ruft ein Fasten aus. Das ganze Volk soll zu Gott beten und um Hilfe flehen.
Und nicht nur das. Josaphat hält Gott im Glauben Sein Wort, bzw. seine Verheißungen vor. In vollem Vertrauen darüber, dass diese Verheißungen wahr sind. Genauso aber bezeugt er auch, dass Gott absolut mächtig und dass Er der einzig wahre Gott ist – der Gott über die ganze Erde und alle Völker. Nicht nur der Gott derer, die Ihn als Gott anerkennen. Somit kann NIEMAND vor ihm bestehen.
Und somit macht Josaphat deutlich, überzeugt zu sein, dass Gott größer ist als diese riesige Feindesmacht, die ihn jetzt bedroht.
Wir lesen in 2. Chronik 20:6
„Josaphat sprach: O HERR, du Gott unserer Väter, bist du nicht Gott im Himmel und Herrscher über alle Königreiche der Heiden? In deiner Hand ist Kraft und Macht, und niemand kann vor dir bestehen!“
Und in Vers 9-12
„Wenn Unglück über uns kommt, Schwert des Gerichts oder Pest oder Hungersnot, und wir vor dieses Haus und vor dich hintreten — denn dein Name wohnt ja in diesem Haus —, und wir in unserer Not zu dir schreien, so wollest du hören und helfen! Und nun siehe, die Ammoniter und Moabiter und die vom Bergland Seir, durch [deren Land] zu ziehen du Israel nicht erlaubt hast, als sie aus dem Land Ägypten zogen, sondern von denen sie sich fernhielten und die sie nicht vertilgen durften – siehe, diese vergelten uns das damit, dass sie kommen, um uns aus deinem Besitztum zu vertreiben, das du uns doch zum Besitz gegeben hast! Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft gegen diesen großen Haufen, der gegen uns herangerückt ist, und wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet!“
Gottes Antwort auf dieses Flehen und Vertrauen in Ihn lesen wir in Vers 15 durch die Worte des Propheten Jehasiel, auf den der Geist des Herrn kam:
„Horcht auf, ganz Juda und ihr Einwohner von Jerusalem und du, König Josaphat: So spricht der HERR zu euch: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor diesem großen Haufen; denn nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Kampf!“
Er sagt dann dem Volk, dass sie am nächsten Tag ins Tal vor der Wüste Jeruel gehen sollen und dass sie dort ihre Feinde antreffen würden, jedoch nicht würden kämpfen müssen, weil Gott es selbst tun wird.
Vers 17a
„Aber es ist nicht an euch, dort zu kämpfen. Tretet nur hin und bleibt stehen und seht die Rettung des HERRN, der mit euch ist!“
Ich frage mich an der Stelle, was wohl in Josaphat vorging?
Er wollte ja unbedingt, dass man Gott um Rat fragt, bevor sie in den Krieg ziehen würden. Und er bestand sogar darauf, dass man extra einen Propheten Jahwes rufen soll.
Dieser Prophet sagte Schlechtes voraus. Dass sie den Krieg verlieren würden.
Doch in Vers 29 lesen wir, dass Ahab und Josaphat gemeinsam nach Ramot in den Krieg zogen.
Ich denke, dass er vielleicht den Druck von Menschenfurcht – seinem Verbündeten Ahab nicht zu gefallen, wenn er absagen würde – nicht ausgehalten hat. Wer weiß, vielleicht sogar Angst vor den Folgen hätte. Oder dass er sich alles schöngeredet hat: „Komm, wird doch nicht so schlimm sein, und schau mal alle anderen Propheten haben ja Gutes geweissagt.“
Wenn du dem Feind Raum in deinem Leben gibst, dann nutzt er den. Selbst wenn du meinst, stark zu sein: Er findet Wege, dich durch verschiedene Druckmittel und Falschheiten zu täuschen. Und auch von Gottes Willen zu entfernen. Dies musste ich in meinem Leben mehrmals schmerzlich feststellen.
In 1. Petrus 5:8-9a lesen wir:
„Seid nüchtern und wacht. Denn euer Todfeind, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht, fest im Glauben“
Josaphat und sein Volk beugen sich vor Gott und beten ihn an. Josaphat beschließt dann sogar, die Lobpreiser vor die Kriegsarmee zu stellen.
Gesagt getan.
Und nun lesen wir, wie Gott für Sein Volk kämpft und die Feinde besiegt werden, ohne dass sein Volk nur einen „kleinen Finger krumm machen“ muss. Ihre Art zu kämpfen war hier in dem Fall Lobpreis.
Vers 22-24
„Und als sie anfingen mit Jauchzen und Loben, ließ der HERR einen Hinterhalt kommen über die Ammoniter, Moabiter und die vom Bergland Seir, die gegen Juda gekommen waren, und sie wurden geschlagen. Und die Ammoniter und Moabiter stellten sich denen vom Bergland Seir entgegen, um sie zu vernichten und zu vertilgen. Und als sie die vom Bergland Seir aufgerieben hatten, halfen sie selbst einander zur Vertilgung. Als aber Juda zur Bergwarte gegen die Wüste hin kam und sich gegen den Haufen wenden wollte, siehe, da lagen die Leichen auf dem Boden; niemand war entkommen.“
Und der absolute Hammer obendrauf: Das Volk konnte durch diesen Sieg richtig viel Beute machen. 3 Tage lange waren sie alle nur mit plündern beschäftigt.
Vers 25b
„… und sie fanden dort eine Menge sowohl Güter als auch Leichname sowie kostbare Geräte, und sie plünderten für sich so viel, dass sie es nicht tragen konnten. Und sie plünderten drei Tage lang, weil so viel vorhanden war.“
Und dann, nach diesem großen Sieg und dieser großen Beute lobten sie alle den Herrn. Das Tal, in dem sie Gott lobten, nannte man danach „Lobetal“.
Und immer wenn man diesen Namen hörte oder durch dieses Tal ging, wurde man an dieses große Wunder Gottes erinnert.
Ende gut, alles gut. Oder man kann auch sagen ein „happy end“ war das Ergebnis dessen, dass sich ein Volk Gottes in einer schrecklichen Lage hilfesuchend an Gott wandte.
Auf Gott ist Verlass! Und wenn du auf Ihn vertraust, dann wird er dich nicht fallen lassen.
Diese Geschichte ist für uns Christen im neuen Bund ein Bild für zwei verschiedene Siege in Christus. Erstens ist es ein Bild dafür, dass wir von einem großen, starken Feind dauerhaft bedroht wurden: unserer Sünde.
Doch Christus hat den Kampf gegen die Sünde für uns besiegt, indem Er selbst die Strafe auf sich nahm und wir nun nicht mehr für die Sünde zahlen müssen.
Wenn wir dieses stellvertretende Opfer Jesu annehmen, dann werden wir frei von der Sünde, ihrem Fluch und der Versklavung von ihr. Außerdem stehen wir dann gerecht vor Gott, weil ein Tausch zwischen der Sünde und Gottes Gerechtigkeit stattgefunden hat (vgl. 2. Korinther 5:21).
Außerdem ist diese Geschichte von Josaphat ein Bild dafür, wie wir mit Angriffen von bösen geistlichen Mächten umgehen sollten: Wende dich an Gott, und rühme dich des Sieges, den Gott durch Jesus Christus für uns vor vielen Jahren errungen hat.
Angriffe werden kommen. Das wird uns Christen genauso zugesagt, wie dass Gott immer bei uns ist. Denn wir haben einen Todfeind, der uns hasst bis auf’s Blut. Er hat ein böses Wesen und wird auch immer danach handeln. Auch wenn er weiß, dass er schon längst besiegt ist. Und zwar von Jesus.
Da Jesus in uns lebt, sind wir somit auch Sieger über unseren Feind, dem Teufel. Aber nur weil wir in Christus Sieger sind, heißt es nicht, dass es keinen Kampf geben wird.
Sondern: Wenn wir mit Christus Kraft und auf seine Weise kämpfen, dann ist uns der Sieg garantiert.
Und deshalb sollten wir die Waffen benutzen, die Christus uns zur Verfügung stellt, bzw. mit denen er uns auffordert zu kämpfen. Und diese Waffen sind einerseits sein Wort, Gebet, Lobpreis uns Fasten. Tu dich dafür am besten mit anderen Christen zusammen. Einheit im Geist und gemeinsamer Kampf hat eine wahre geistliche Sprengkraft.
Außerdem gibt es auch eine Rüstung, die uns schützt.
Die geistliche Waffenrüstung kennst du ganz bestimmt schon. Trotzdem möchte ich die Bibelstelle aus dem Epheserbrief nochmal vorlesen.
Epheser 6:10-18
„Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangeliums des Friedens.Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen.“
Also Kind Gottes- nimm dem Teufel jeglichen Rückenwind. Gib ihm KEINEN RAUM. Nutze deine Stärke in Christus. Verteidige dich gegen die Angriffe des Feindes und schlage ihn mit den geistlichen Waffen in die Flucht. Und ruh dich nicht auf vergangenen Siegen aus, denn der Teufel geht weiterhin umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann (vgl. 1. Petrus 5:8).
Kämpfe immer den guten Kampf des Glaubens- bei jedem Angriff auf’s Neue.
So gehst du von Sieg zu Sieg und von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Du wächst, gewinnst an Erfahrung, wirst stärker und immer effektiver für das Reich Gottes.
Dein Leben wird einen großen Sinn und Bedeutung haben, und somit auch die ganze Fülle. Jesus sagt in Johannes 10:10
„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören. Ich aber bin gekommen, damit sie das Leben haben, und es in Fülle haben.“
Dieses Leben in Fülle besteht nicht in erster Linie aus, Glücksgefühlen und möglichst großem Comfort (womit wir Leben in Fülle meist als erstes verbinden), sondern es ist in erster Linie ein Leben mit tiefer Bedeutung und Sinn.