(Un-) Gesunder Umgang mit Fehlern unserer Mitmenschen und warum wir uns mit Unvergebenheit selbst vergiften
Wusstest du: Wir Menschen sind keine von Liebe durchzogene, fehlerfreie Wesen. Die meisten haben zwar im ersten Moment ganz gute Absichten im Miteinander, doch der Egoismus ist oft stärker.
Und: Solange wir auf der Erde sind, werden wir einander immer verletzen. Egal wie „reif“ wir sind. Und egal, wie viel wir schon aus Fehlern gelernt haben. Auch wenn wir das nicht wollen. Auch wenn wir das in den meisten Fällen nicht mit Absicht machen. Wie sagt man so schön: Gut gemeint, schlecht gemacht.
Ins Gesicht die Meinung sagen – verurteilend, unerwünscht und aufgezwungen – aber “Hauptsache ehrlich” ist falsch. Hinterm Rücken schlecht reden, ist genauso falsch.
Was nie falsch ist, und was eine von Liebe und Reinheit getriebene Handlung ist: für den Menschen zu beten, der dich verletzt oder etwas falsch gemacht hat. Und wenn man etwas anspricht, dann in Liebe. Und wenn überhaupt, dann nur unter Leitung des Heiligen Geistes.
Was absolut unablässig ist: Vergebung. Oder zumindest die Bereitschaft und Einsicht dazu: Den anderen trotz Verletzung und Wut zu segnen und für ihn beten. Ihm Gutes wünschen, entgegen unserem Willen. Als Entscheidung aus Prinzip – aus Gehorsam zu Gott.
Sonst werden (gar) keine Beziehungen bestehen. Sie werden früher oder später an unseren Fehlern zerbrechen. Um mal einen Vergleich zu nennen: Vergebung ist quasi die Übergabe des Stocks im Staffellauf. Wenn der Stock nicht an den Nächsten Läufer übergeben wird, dann wird der Staffellauf abbrechen.
Wichtig zu verstehen ist: Vergebung widerspricht oft unserer Natur und unserem eigenen Willen. Aber der Heilige Geist hilft uns da, wo wir es nicht können. Er heilt uns, Er macht unser Herz weich. Er lässt sogar Liebe neu wachsen, wo vorher nur Verletzung, Hass und Wut war. Er kann unsere Perspektive und die Sicht auf Menschen komplett verändern.
Denn wir sehen den Menschen nur von außen, nicht jedoch, was den anderen im Herzen beschäftigt. Gott sieht die Herzensmotivation des anderen. Und wo der andere zu kämpfen hat.
Wo wir Gott nicht in die Mitte unserer Beziehungen und unseres Lebens hereinlassen, Ihn bestimmen und herrschen lassen, da wird unsere verdorbene alte Natur regieren. Und die wird über die Zeit ALLES kaputt machen.
Geistlich gesinnt sein bringt Leben hervor. Fleischlich gesinnt sein, bringt den Tod (Vgl. Römer 8:6).
Gesegnete heile Beziehungen und harmonische Gemeinschaft, sind neben einer wiederhergestellten Beziehung zu Gott die wirklich wahren Schätze und Freuden des Lebens. Danach streben wir alle. Danach sehnen sich alle Herzen. Das macht den größten Teil des Lebens in Fülle aus, welches Jesus uns in Johannes 10:10 verspricht.
Warum ich das denke? Weil Gott uns Leben in Fülle geben möchte und wir daher davon ausgehen können, dass Er nur Absichten der Fülle im Sinn hat, wenn Er uns Gebote aufträgt. Und wie wir wissen, bringen die zwei wichtigsten Gebote Gottes ultimativen Willen auf den Punkt:
Matthäus 22:37-40
„Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“
Doch ohne Gott sind gelingende zwischenmenschliche Beziehungen fast schon unmöglich. Deswegen gibt es so viele geschiedene Ehen. Deswegen gibt es so viele zerstrittene Familien. Deswegen gehen auch viele, langjährige Freundschaften kaputt.
Wir schauen uns heute 3 der größten Hauptzerstörer des menschlichen Lebens an, dazu im Gegensatz aber auch jeweils Gottes weiseren, heilsamen Weg.
- Da ist einmal die fehlende Vergebungsbereitschaft.
Stattdessen will man sich rächen und an der Verletzung festhalten. Meint Distanz und Mauern bringen Sicherheit. Doch was passiert, ist dass wir nicht nur dem Teufel und seinen Dämonen dadurch legitim viel Raum in uns geben. Über die Zeit werden wir eine Mauer nach der anderen bauen. Innerhalb dieser Mauern gibt es keinen Raum für Gottes gesundes Licht, Wärme und Gnade.
Dort hören wir Seine Stimme kaum oder gar nicht. Stattdessen wächst innerhalb dieser Mauern Bitterkeit, die uns von innen zerfrisst und unsere negativen Gefühle noch mehr füttert. Langsam aber sicher frisst sich dieses Gift der Bitterkeit durch eine Beziehung nach der anderen.
Denn die einzige Lösung ist: Gott gehorsam sein und vergeben. Denn wenn wir nicht vergeben, vergibt Er uns auch nicht. Dann ist außerdem die Beziehung zwischen ihm und uns gestört. Es ist nicht so, dass Er das so will. Aber weil Er will, dass wir in die Freiheit gelangen und immerzu frei leben können, wird Er daran festhalten, bis wir endlich loslassen und uns für Vergebung entscheiden.
Denn Er will das Beste für uns. Er wird uns zu nichst zwingen. Aber der Schmerz, der die Folge unserer Entscheidungen ist, wird nicht verschwinden.
In Matthäus 18:23-34 lesen wir das Gleichnis mit dem hartherzigen Knecht, dem eine riesengroße Schuld zwar von seinem Herrn erlassen wird, der aber nachher eine verhältnismäßig viel kleinere Schuld seinem Nächsten nicht bereit ist, zu vergeben.
Vers 32-35:
„Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergebt.“
Diese Folterknechte sind die negativen Gedanken, die uns nicht verlassen werden und die unsere Beziehung zu Gott einschränken. Die innere Belastung kann phasenweise mal mehr, mal weniger stark sein.
Aber sie wird uns immer wieder einholen und die Türe, die dem Feind durch Unvergebenheit geöffnet wird, die bleibt offen und erlaubt dem Feind legitim, uns zu schaden: uns und unsere Beziehungen an Freude und Fülle zu bestehlen, irgendwann zu töten und sogar zu zerstören. Dies sind übrigens weitere Folterknechte, die uns bei Unvergebenheit quälen dürfen. Kind Gottes, hin oder her. Gescheiterte Ehen und kaputte Familien sind mit das beste Beispiel.
Wir haben den Schlüssel zur Freiheit in der Hand: Gott gehorsam sein und vergeben. Und nochmal: MIT SEINER HILFE. Wir müssen es nicht allein schaffen. Aber wir müssen die Bereitschaft haben und Ihn bitten, uns dabei zu helfen. ER wird unser Herz dann verändern. Auch neue Perspektiven schenken.
Dann dürfen wir wieder raus- aus unserem selbst gebauten Gefängnis. Nicht mehr hinter der Mauer stehen, wo es kalt und dunkel und ungemütlich ist. Sondern in der Freiheit stehen, wo Wärme und Licht rankommen. Dann dürfen wir hinaus: ins Licht der Vergebung und Gnade. Und einen Neuanfang erleben.
- Der nächste Hauptzerstörer menschlichen Lebens ist der Egoismus.
Konstant das eigene Wohl und Gefallen in den Vordergrund zu stellen, statt das des anderen. Dies führt zu fehlender Kompromissbereitschaft zwei unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichem Willen.
Außerdem will man nicht mehr die Sicht des anderen einnehmen. Man versteht ihn nicht, weil man auch gar nicht versucht, ihn zu verstehen.
Was ist denn das Ziel? ‚Ich bekomme, was ich will‘ oder ‚wir wollen eine harmonische Beziehung aufrechterhalten‘?
Natürlich müssen nicht alle Beziehungen aufrechterhalten werden. Eine zwischenmenschliche Ehebeziehung z.B. oder die Beziehung zu den eigenen Kindern oder engen Freunden ist natürlich eine ganz anders wichtige Beziehung als die, zwischen mir und meinem Arbeitgeber.
Aber egal, um welche zwischenmenschliche Beziehung es geht: Wenn du die Beziehung aufrecht und harmonisch erhalten möchtest, gilt: Je weniger kompromissbereit die Menschen sind, desto weniger gibt es eine Chance auf dauerhafte Harmonie.
Man zahlt als Preis also entweder Verlust von guten Beziehungen und Harmonie- mit dem Ergebnis: zerbrochene Beziehungen, Herzschmerz und Einsamkeit.
Oder man zahlt den Preis der Hingabe und nicht dauerhaft seinen Willen zu bekommen. Das Ergebnis: harmonische, gesunde und erfüllende Beziehungen, sowie innerer Frieden.
- Der letzte Hauptzerstörer, den wir uns näher anschauen wollenl, ist die Einstellung: Ich wähle meine fleischlichen Wünsche und Begierden, statt den Gehorsam den Geboten Gottes gegenüber, die ja eigentlich uns und unserem Herzen guttun.
Die Folge: wir zerstören uns selbst, verlieren die Kontrolle über unser Leben. Und Stück für Stück zerbrechen gesunde Lebensumstände, Beziehungen und unsere Gesundheit.
z.B. durch übermäßigen Genuss von bestimmten Lebensmitteln und Alkohol; Drogenkonsum; Affären; ständige Streitigkeiten; Lästereien; man wählt die Unwahrheit, um schnell(er) reich zu werden. Auch Social Media-Sucht gehört dazu. Über die Zeit stumpft außerdem immer mehr unser Gewissen ab, und wir werden immer dreister und hemmungsloser.
Jetzt will ich nochmal etwas wiederholen, was ich bereits am Anfang gesagt hab:
Gesegnete heile Beziehungen und harmonische Gemeinschaft, sind neben einer wiederhergestellten Beziehung zu Gott die wirklich wahren Schätze und Freuden des Lebens. Danach streben wir alle. Danach sehnen sich alle Herzen. Das macht den größten Teil des Lebens in Fülle aus, welches Jesus uns in Johannes 10:10 verspricht:
„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“
Unser Feind, der Teufel, benutzt unser Fleisch und unsere alte Natur, um uns zu leiten und mit unserem eigenen Verhalten Zerstörung in unser Leben und in das Leben anderer zu bringen.
Jesus benutzt unseren Geist und unsere neue Natur: um durch eine Beziehung zu Gott, Gehorsam Gott gegenüber und ein Gott-wohlgefälliges Verhalten, uns Leben in Überfluss zu schenken.
Wie? Wenn wir nicht aktiv den Geist stärken, werden wir weiterhin so denken und handeln, wie es unserer alten Natur entspricht. Wenn wir aber unseren Geist stärken, indem wir uns regelmäßig mit dem Wort Gottes füllen und uns durch Gebet aktiv mit Gott verbinden, dann erneuern wir damit unser Denken. Dies wiederum hilft uns, uns mehr und mehr so zu verhalten, dass es Leben in Überfluss hervorbringt.
Musst du heute jemandem vergeben? Kommt dir eine Person in den Kopf, während du diese Frage liest? Wenn du damit schon länger haderst, ermutige ich dich nochmal: Gib es Gott ab. Lass bei ihm den Schmerz und die Wut raus. Aber dann bitte ihn, dir zu helfen, zu vergeben.
Lass die andere Person frei von ihrer Schuld und lass dich selber frei, aus dem Gefängnis von Wut, Schmerz, negativen Gedanken und vielleicht sogar Bitterkeit. Ich wünsche dir und deinem Herzen, dass du Gottes wunderbare Heilung erfährst.