Heute will ich mal wieder über das wichtigste Thema in der Bibel schreiben: die Liebe.
Basis dafür ist ein Zitat, das ich vor längerem mal in einem Andachtsbuch gelesen hab.
Das Zitat ist von Charles. E. Cowman und lautet:
„Die große Aufgabe eines Christenlebens besteht darin, lieben zu lernen.“
Was löst dieser Satz in dir aus, wenn du darüber nachdenkst?
Also mit mir macht das sehr viel. Und zwar wirkt dieser Satz in erster Linie überführend und im nächsten Moment irgendwie tröstend. Insbesondere, wenn ich darüber nachdenke, wo ich klar versagt hab, so zu lieben wie Jesus.
Der Satz wirkt auch deshalb so sehr, weil ich genau weiß, dass für Gott die Liebe das allerwichtigste ist und ohne die Liebe alles andere nutzlos ist. Aber wir müssen ALLE aus eigener Erfahrung 100% zugeben, dass es uns nicht möglich ist, von sich selbst aus, so zu lieben wie Jesus. Nicht mal, wenn wir mit Jesus leben.
Aber Jesus lebt ja nicht nur mit uns, sondern auch in uns. Und über die Zeit wird Er uns helfen, immer mehr so bedingungslos und hingebungsvoll zu lieben, wie Er es tut. Und wenn uns als Christen dieses Ziel nicht das Wichtigste ist, dann haben wir einfach überhaupt nicht begriffen, worum es wirklich geht.
Wenn wir uns die Bibel – ihren gesamten Inhalt, das Leben und Aussagen von Jesus und das Leben aller Diener Gottes anschauen, dann können wir nur zustimmen, dass sie deutlich von der größten Kraft angetrieben wurden, die es gibt: die Liebe Gottes. Genauer gesagt, die Liebe zu Gott – und aus dem heraus die Liebe zu allen Mitmenschen.
Ich möchte heute all die entscheidenden Bibelverse, die diese Aussage bekräftigen, mit euch teilen.
Aber davor will ich noch betonen, dass Gott wirklich LIEBE ist. Gott hat viele Eigenschaften: Er ist gnädig, Er ist treu, Er ist gütig, freundlich, sanftmütig, gerecht, erbauend… aber Er ist nicht nur liebevoll, Er IST LIEBE. Und alles, was Er sagt und tut ist von dieser Liebe geprägt.
Ja, Gott ist auch vollkommen gerecht, aber diese Gerechtigkeit ist Teil Seiner VOLLKOMMENEN LIEBE.
Also selbst, wenn wir in der Bibel an manchen Stellen von Gericht und Leid lesen, das Gott über sein Volk Israel bringt, dann tut Er dies aus Liebe. Um sie – nachdem Er ihnen erstmal sehr lange Gnade und Zeit zur Umkehr gegeben hat und sie einfach nicht umkehren wollen – wieder zurück auf den richtigen Weg zu bringen.
Sicherlich kennst du den Spruch: „Manche Menschen muss man eben zu ihrem Glück zwingen.“
Nun, Gott geht aus Liebe zu den Menschen manchmal einen ziemlich harten Weg, um sie „aufzuwecken“ und ihnen zu helfen, auf den richtigen Weg zu kommen. Doch Er würde NIEMALS einen Menschen dazu zwingen, Ihn zu lieben und ihm Gehorsam zu sein.
Jesus ist ein Gentleman. Er ist genauso, wie die Liebe in 1. Korinther 13 beschrieben wird.
Jesus ist geduldig und freundlich, Jesus eifert nicht, Jesus treibt nicht Mutwillen, Er bläht sich nicht auf, Er verhält sich nicht unanständig. Er sucht nicht das Seine (das Kreuz ist der absolute Beweis dafür!), Er rechnet das Böse nicht zu. Er freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, Er freut sich aber an der Wahrheit; Er erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles. Jesus bleibt für immer.
Wenn wir bedenken, wie wir es erlebt haben, wie Jesus mit uns umgegangen ist: mit welcher Sanftmut, Geduld, Gnade und Freundlichkeit Er uns begegnet, ohne aber die klare Wahrheit zu verleugnen und Seine Forderungen zu vermindern, dann sehen wir, dass Jesus wahrhaft durch und durch Liebe ist.
Alle Seine Gebote dienen zu unserem 100%igen Besten.
Also… Worauf es auf ein Leben als Nachfolger Jesu‘ ankommt – sich selbst zu verleugnen und das Kreuz täglich auf sich zu nehmen – ist einfach nur zu lieben und zu handeln, wie Jesus es getan hat.
Jesu‘ Selbstverleugnung sah so aus, dass Er nichts, was Er tat für sich selbst getan hat, sondern Er hat alles aus und für den Vater getan. Jesus sagte: Ich tue nur den Willen meines Vaters (vgl. Johannes 6,38).
Und was ist der Wille des Vaters? Die Menschen zu lieben und sie zu retten (vgl. 1. Timotheus 2,4).
Und Jesus nahm das Kreuz wortwörtlich auf sich und gab sein Leben, Sein alles hin, um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen und zu befreien.
Warum von der Sünde? Weil die Sünde unser wahres Problem ist. Sie macht uns krank, sie drückt uns nieder, nimmt uns gefangen. Sie führt zum Tod und sie trennt uns von Gott – der die Quelle des Lebens ist.
Daher kam Er auch, um uns von unserem wahren Problem zu erlösen und uns so wieder den Zugang zum Leben – zum Vater – zu ermöglichen. In Jesus ist das Leben, in Ihm ist die Fülle. Und sonst nirgendwo! In keinem anderen Namen ist das Heil (vgl. Apg. 4,12)!
In einem wahren Nachfolger Jesu‘ wirst du immer die Eigenschaften Jesu‘ finden, weil nicht mehr der Mensch selbst lebt, sondern Christus selbst in ihm (vgl. Galater 2,20). Und diese Haupteigenschaft ist die Liebe. Sie ist das Erkennungszeichen von Jesu‘ Nachfolgern. Wenn wir in dieser selbstlosen (Agape-) Liebe bleiben, dann bleiben wir in Ihm.
1.Johannes 4:16b
„Gott ist Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“
Und jetzt zum wichtigsten Gebot. Wir lesen in Matthäus 22:35-40
„Ein Gesetzeslehrer fragte Jesus: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz?
Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist ihm GLEICH: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“
Wir sehen, dass die Liebe zu Gott als erstes kommt und dass aus dieser Liebe heraus die Liebe zum Nächsten kommt. Und zwar verbindlich. Das eine geht nicht ohne das andere. Eine legitime Münze besteht aus Kopf und Zahl. Wenn du nicht beide Seiten hast, dann ist die Münze nichts wert, sie ist nicht echt.
- Johannes 3,17
„Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.“
Gott zu lieben ist einfach, weil er uns nie lieblos behandelt oder verletzt. Das ist bei unseren Mitmenschen natürlich nicht so.
Doch aus Gehorsam zu Gott tust du, was Gott verlangt. Und weil Christus in dir lebt, ist es möglich alle Menschen bedingungslos zu lieben und ihnen zu vergeben. Einfach, weil Gott das auch tut. Aber du siehst, dass dafür Jesus in dir leben muss, damit es funktioniert. Nicht du, dein Ego, dein Fleisch. Denn sonst ist es auf gar keinen Fall möglich. Deswegen müssen wir unsere fleischlichen Glieder tot halten und im Geist wandeln und mit Christus eng verbunden bleiben (vgl. Galater 5,16; Johannes 15,5). Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass die Wiedergeburt bereits stattgefunden hat.
Johannes 13:34-35
„Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben. An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“
Uns wird hier ein klarer Maßstab für unsere Liebe zueinander gegeben: wie Jesus uns geliebt hat.
Und speziell das Vorhandensein DIESER Liebe zueinander ist das Erkennungszeichen wahrer Jünger Jesu. Natürlich sind wir nicht so vollkommen, wie Jesus und werden hin und wieder andere Menschen trotzdem noch verletzen. Doch der Heilige Geist überführt einen von seinen Fehlern. Und wenn wir diese Fehler eingestehen, bei Gott bekennen und uns bei den Menschen entschuldigen, an denen wir gefehlt haben, dann ist dies auch ein Zeichen wahrer Demut und Liebe. Richtiger Umgang mit Fehlern ist dementsprechend auch ein wichtiger Aspekt, den man in diesem ganzen Thema mitbeachten sollte.
Denn, wenn wir dem Heiligen Geist nicht gehorsam sind, uns nicht demütigen, unsere Fehler einsehen und entschuldigen, dann wird Er sich auf Dauer in uns nicht mehr „wohlfühlen“ können. Denn dann sind wir stolz, ungehorsam und selbstgerecht.
Ungehorsam ist eine Sünde, gleichzusetzen mit Zauberei oder Wahrsagerei. Das können wir in 1. Samuel 15 lesen. Bei König Saul konnten wir es erkennen. Gott hat sich von ihm abgewandt und es kam ein böser Geist in ihn. Saul ist auch nie umgekehrt und hielt an seinem Stolz fest, bis zum Ende seines Lebens. Und dieses Lebensende war extrem dramatisch. Das krasse ist, dass Saul kurz vor Seinem Tod sogar bei einer Wahrsagerin war, um Weisung zu suchen. Diese Geschichte sollte uns das Fürchten lehren, Gott ungehorsam zu sein.
Eine Bekräftigung von diesem Fall, wie bei Saul finden wir in einem Vers im neuen Testament.
Jakobus 4:6b
„Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade.“
Zum Schluss will ich gerne noch einige weitere passende Verse vorlesen und das Wort Gottes für sich selbst sprechen lassen.
- Johannes 4:11
„Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir schuldig, einander zu lieben.“
Römer 13:8
„Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.“
- Timotheus 1:5
„Das Endziel des Gebotes ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungeheucheltem Glauben.“
Ohne die Liebe sind die größten und besten Taten, Opfer oder Eigenschaften NICHTS WERT. Das lesen wir im 1. Korintherbrief 13:1-3
„Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze.“
An dieser Stelle will ich dir noch gerne eine Predigt von Billy Graham empfehlen. Es geht auch um die Liebe Gottes. Wie groß, tief und überwältigend sie ist. Und dass ein Mensch dieses Maß an grenzenloser bedingungsloser Liebe niemals aus sich selbst heraus erreichen könnte. NUR MIT und AUS JESUS!