Diese Geschichte zeigt die schlimmen Folgen, wenn du dich mit der Welt vermischt
Letztes Mal haben wir uns den ersten Teil von König Josaphats Geschichte angeschaut – einem König aus dem Reich Juda zur Zeit der alttestamentlichen Könige.
König Josaphat war ein König, der Gott wohlgefällig lebte, Gott verehrte und auch reichlich dafür belohnt wurde.
Doch leider war es nicht immer so in Josaphat’s Leben, dass er sich nur auf Gott verließ. Bzw. war Gott ihm an einem gewissen Punkt in seinem Leben nicht mehr genug.
Wir lesen in 2. Chronik 18:1
„Als nun Josaphat großen Reichtum und Ehre erlangt hatte, da verschwägerte er sich mit Ahab.“
Also… Josaphat verheiratete seinen Sohn mit der Tochter Ahabs. Somit verbündete Josaphat sein Königreich mit Ahab’s Königreich, der ein sehr gottloser und böser König vom israelischen Reich war. Als Erklärung sollte ich dazu sagen, dass dies ein strategischer Schritt von Josaphat war.
Was genau sein Motiv war, sagt uns die Bibel nicht. Aber da man mit Verbündeten in den Krieg ziehen und auch zur Hilfe rufen kann, wenn man angegriffen wird, hat er sicherlich angefangen, Sicherheit und Unterstützung durch dieses Bündnis zu suchen. Obwohl er es ja wirklich nicht nötig hatte, weil er ein sehr erfolgreicher König war und selbst Feinde – wie die Philister – ihm Tribute gaben.
Wahrscheinlich verließ er sich nach wie vor auf den Herrn, wollte aber zusätzliche Sicherheit durch Menschen mit irdischer Macht…
Wie dem auch sei. Tatsache ist, dass Josaphat, der den Herrn liebte und den ganzen Götzenkult zu Beginn seiner Regierungszeit zerstörte, sich nun mit einem König verbündete, der sehr böse und gottlos war. Und dass Ahab böse und gottlos war, wusste er 100%-ig.Hier fand eine Vermischung zwischen Licht uns Finsternis statt.
Nun hatte Josaphat zwar nach der Verschwägerung mit Ahab sein Volk zwar weiterhin so geführt, wie bisher- nach Gottes Wohlgefallen- aber er öffnete dem Bösen eine Türe, die ihn und sein Volk ein paar Jahre später in große Gefahr brachte.
In 2. Chronik 18:2-34 lesen wir folgende Geschichte:
Josaphat geht Ahab mit ein paar seiner Leute besuchen. Ahab gibt für Josaphat ein großes Festmahl und fragt ihn dann, ob er mit ihm in den Krieg zieht, nach Ramot in Gilead.
Nun lesen wir etwas sehr Bedenkliches. Josaphat sagt Ahab zu, dass er damit einverstanden ist, dass sie gemeinsam in den Krieg ziehen. Und zwar sagt er zu König Ahab – obwohl er weiß, dass König Ahab sehr gottlos ist und Gott sogar hasst: „Ich will sein wie du, und mein Volk sei wie dein Volk, und ich will mit dir in den Kampf ziehen. Befrage doch heute das Wort des Herrn.“
Diese Aussage zeigt die Vermischung zwischen den zwei Einflüssen, denen Josaphat Raum gegeben hat, sehr deutlich: Dass Josaphat Ahab rät, vor dem Krieg, Gott durch Propheten um Rat zu fragen, ob es gut ist, diesen Schritt in den Krieg zu gehen- das zeigt, dass Josaphat sich vor seinen Entscheidungen immer noch Gott leiten lässt und Ihn um Rat und Weisheit bittet, statt nach eigenem Gutdünken handeln.
Doch gleichzeitig hat Josaphat nun noch ein anderes Vorbild, zu dem er sozusagen „aufschaut“. Denn er sagt zu dem gottlosen Ahab: „Ich will sein wie du, und mein Volk sei wie dein Volk.“
Ich frage mich: wie kann ein gottesfürchtiger Mensch das zu einem Gottlosen sagen?
Kann es sein, dass er irgendwie komplett verblendet war, weil er sich auf ein Bündnis mit dem Bösen überhaupt erst eingelassen hat?
Ahab holt alle 400 Propheten des Landes, um Gott durch sie zu befragen, ob es eine gute Idee ist, in den Krieg zu ziehen. Sie antworten alle einstimmig, dass die Könige ruhigen Herzens losziehen können, weil sie siegen würden.
Doch Josaphat ist skeptisch und fragt, ob es nicht auch einen Propheten Jahwes gibt, den man befragen kann. Ahab zögert zunächst. Denn es gibt einen – der Prophet Micha – aber der weissagt ihm immer Schlechtes. Wundert das einen, wenn Ahab so gottlos lebt?
Aber wie dem auch sei: Ahab lässt Micha holen und sie befragen ihn.
Und nun wird es sehr interessant. Der Bote, der Micha holt, kündigt ihm auf dem Weg schon an, dass die Propheten alle einheitlich Gutes prophezeit haben und er dies auch tun solle.
Micha antwortet in Vers 13:
„So wahr der Herr lebt, ich will reden, was mein Gott sagen wird!“
Wir lesen weiter. Verse 14-15:
„Und als er zum König kam, sprach der König zu ihm: Micha, sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich’s lassen? Er sprach: Ja, zieht hinauf! Es wird euch gelingen, sie werden in eure Hände gegeben werden. Aber der König sprach zu ihm: Wie oft soll ich dich beschwören, dass du mir im Namen des HERRN nichts als die Wahrheit sagst!“
Ist das nicht interessant? Ahab ist sogar skeptisch und hinterfragt die Aussage Micha’s, weil er ihm Gutes prophezeit. Vielleicht hat Micha ja auch in einem ironischen Ton gesprochen. Das kann man nicht rauslesen.
Aber nach der dringenden Aufforderung Ahabs, dass Micha die Wahrheit sagen soll, weissagt er, dass sie den Krieg nicht nur verlieren würden und rät, wieder in Frieden nach Hause zu gehen, sondern sagt sogar den Tod Ahabs voraus.
Doch Ahab hat offensichtlich ein sehr hartes, verstocktes Herz. Er hört nur das, was er hören will und was ihm gefällt. Er lässt Micha in den Kerker bringen, um ihn dort bei sehr geringer Versorgung mit Wasser und Brot gefangen zu halten, bis er in Frieden wiederkommen würde.
Micha betont vor ihm und dem ganzen Volk in Vers 27:
„Kommst du mit Frieden wieder, so hat der HERR nicht durch mich geredet.“
Ich frage mich an der Stelle, was wohl in Josaphat vorging?
Er wollte ja unbedingt, dass man Gott um Rat fragt, bevor sie in den Krieg ziehen würden. Und er bestand sogar darauf, dass man extra einen Propheten Jahwes rufen soll.
Dieser Prophet sagte Schlechtes voraus. Dass sie den Krieg verlieren würden.
Doch in Vers 29 lesen wir, dass Ahab und Josaphat gemeinsam nach Ramot in den Krieg zogen.
Ich denke, dass er vielleicht den Druck von Menschenfurcht – seinem Verbündeten Ahab nicht zu gefallen, wenn er absagen würde – nicht ausgehalten hat. Wer weiß, vielleicht sogar Angst vor den Folgen hätte. Oder dass er sich alles schöngeredet hat: „Komm, wird doch nicht so schlimm sein, und schau mal alle anderen Propheten haben ja Gutes geweissagt.“
Wenn du dem Feind Raum in deinem Leben gibst, dann nutzt er den. Selbst wenn du meinst, stark zu sein: Er findet Wege, dich durch verschiedene Druckmittel und Falschheiten zu täuschen. Und auch von Gottes Willen zu entfernen. Dies musste ich in meinem Leben mehrmals schmerzlich feststellen.
In 1. Petrus 5:8-9a lesen wir:
„Seid nüchtern und wacht. Denn euer Todfeind, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht, fest im Glauben“
Insbesondere, weil wir wissen, dass der Teufel uns nicht nur zerstören will, sondern auch sehr hinterlistig und dabei sehr schlau ist, sollten wir sehr wachsam sein und ihm KEINEN RAUM geben!
Die nächste „red flag“ von der wir in der Geschichte in 2. Chronik 18 lesen, sollte Joshaphat eigentlich einleuchten und ihn in letzter Sekunde umkehren lassen, doch er tut es nicht. Er scheint völlig verblendet zu sein.
König Ahab sagt zu Josaphat, dass er nicht seine Königskleider anziehen würde. Mehr als offensichtlich, um sich zu tarnen. Doch Josaphat solle seine Königskleider tragen.
Nun ist doch klar, dass man im Krieg, versucht, von allen Kriegern vor allem den König zu erwischen und so mit dem Vernichten von nur einer Person quasi den Krieg gewinnt.
Und nun würde nur Josaphat als König sichtbar sein.
Tatsächlich kommt es auch so, dass die Aramäer im Krieg – als sie Josaphat sehen – versuchen, ihn zu vernichten.
Doch wir lesen in Vers 31-32:
„Als nun die Obersten den Wagen Joshaphats sahen, dachten sie, es sei der König von Israel, und umringten ihn, um gegen ihn zu kämpfen. Aber Joshaphat schrie und der HERR half ihm und Gott lockte sie von ihm weg. Denn als die Obersten der Wagen merkten, dass er nicht der König von Israel war, wandten sie sich von ihm ab.“
Diese Stelle ist sehr entscheidend. Ja, Joshaphat ließ sich verführen und verbündete sich mit Ahab. Und er war unweise, hörte nicht auf Gottes Propheten und ließ sich in einen Krieg verwickeln, den er gar nicht kämpfen sollte.
Er war unweise, ging ein unnötiges großes Risiko ein und brachte sich und somit auch sein Volk in große Gefahr. Doch Joshapat wendete sich nicht von Gott ab und war trotz allem gottesfürchtig und suchte Gott. Und Gott kannte Josaphats Herz.
Weil Er wusste, dass Josaphat trotz allem noch zu Gott gehörte, beschützte Er ihn auch, als er voller Todesangst schrie.
Und Ahab? Ja, er war sehr schlau und sein Plan schien beinahe aufzugehen. Doch vor Gott kann man sich nicht verstecken. Einer der Aramäer schoss einen Pfeil ab- und zwar in der Jugendsprache ausgedrückt „random auf gut Glück“. Und der Pfeil traf König Ahab. Genau an einer engen Stelle, wo seine Rüstung ihn nicht schützte.
Und so wurde die Prophetie Micha’s wahr.
Doch die Geschichte und die Lektion geht weiter. In Kapitel 19.
Nun sehen wir die Folgen von Josaphats Ungehorsam.
Wie gesagt, Gott hatte ihn nicht verlassen, weil Josaphat nach wie vor, Gott treu war und sein Herz Gott zugewandt hatte. Doch Er war trotzdem zornig auf Josaphat.
In Vers 2 lesen wir:
„Und es ging ihm der Seher Jehu, der Sohn Hananis, entgegen und sprach zum König Joschaphat: Sollst du so dem Gottlosen helfen und die lieben, die den HERRN hassen? Darum kommt über dich der Zorn vom HERRN. Etwas Gutes ist aber doch an dir gefunden, dass du die Ascheren aus dem Lande ausgetilgt und dein Herz darauf gerichtet hast, Gott zu suchen.“
Die Folgen von Gottes Zorn sehen wir in Kapitel 20, wo Gott zulässt, dass Josaphat von einer riesen Feindesmacht angegriffen wird.
Doch diese Geschichte erzähle ich beim nächsten Mal.
Jetzt erstmal zurück zu Kapitel 19. Zum heutigen Happy End.
Joshaphat kümmerte sich nun wieder um sein Volk und ging seiner wichtigsten Aufgabe nach. Sein Volk zusammen mit Richtern und Priestern die Gottesfurcht zu lehren und selbst vorzuleben.
3 Stellen aus Kapitel 19 möchte ich zum Schluss noch vorlesen.
- Chronik 19:4-7
„Und Joshaphat blieb in Jerusalem. Und er zog wieder im Volk umher von Beerscheba an bis auf das Gebirge Ephraim und brachte sie zurück zu dem HERRN, dem Gott ihrer Väter. Und er bestellte Richter im Lande in allen festen Städten Judas, Stadt für Stadt, und sprach zu den Richtern: Seht zu, was ihr tut! Denn ihr haltet Gericht nicht für Menschen, sondern für den HERRN, und er ist mit euch, wenn ihr Recht sprecht. Darum lasst die Furcht des HERRN bei euch sein, haltet und tut das Recht; denn bei dem HERRN, unserm Gott, ist kein Unrecht noch Ansehen der Person noch Annehmen von Geschenken.“
Vers 9:
„Ihnen (den Priestern) gebot er und sprach: Tut also in der Furcht des HERRN, in Treue und mit ganzem Herzen!“
& Vers 11c (Letzter Teil)
„Seid stark und handelt! Der HERR aber sei mit dem Rechtschaffenen!“
Kann es sein, dass Josaphat deswegen diese Worte wählte und so mehrmals deutlich betonte, weil er diese Lektionen durch seinen Weg des Ungehorsams im Bündnis mit Ahab lernte? Wer weiß, aber es kann gut möglich sein.
Ich möchte jetzt meine persönlichen Erkenntnisse aus dieser Geschichte nochmal zusammenfassen.
- Als Kind Gottes – vermische dich nicht mit der Welt und verlass dich nicht auf mächtige Menschen, die gottlos handeln.
–> Du öffnest dem Teufel damit eine Türe und begibst dich in Gefahr.
2. Gott ist treu und steht zu seinen Kindern. Auch wenn sie mal ungehorsam und leichtsinnig handeln.
- Wenn du von Gottes Wegen abgewichen bist, kehre wieder zurück und kümmere dich wieder – wie zuvor – mit Eifer und Ehrfurcht um Sein Werk. Die Berufung, die Gott dir gegeben hat.
Übrigens würde ich dir für das 100%ig genaue Verständnis empfehlen, die Geschichte in 2. Chronik 18-19 wieder komplett durchzulesen. Aus Zeitgründen konnte ich nicht alle Details erwähnen. Aber es gibt tatsächlich es viele kleine interessante und spannende Details zu Entdecken.
Vielleicht zeigt dir Gott ja beim Lesen spontan noch persönlich ein paar Erkenntnisse…
Es lohnt sich auf jeden Fall, im Wort Gottes nach Schätzen zu suchen. Man findet seehr viele.
In dem Fall dann viel Spaß und Segen beim Entdecken von Gottes Geheimnissen!