In diesem Beitrag möchte ich gerne ein persönliches Zeugnis teilen.
Um ehrlich zu sein, fällt es mir etwas schwer, das mit euch zu teilen. Weil ich eine persönliche Schwäche offenbare und mich verletzlich mache.
Aber Gott hat mich ermutigt, diese Dinge zu erzählen. Und weil ich in letzter Zeit ein paar Mal die Erfahrung gemacht hab, wie befreiend und verändernd es sein kann, Schwächen und tiefliegenden Zweifel zu erzählen, auch wenn man Angst davor hat, was das Gegenüber von einem denkt, möchte ich es tun und Gott gehorsam sein.
Der Zeitpunkt, an dem ich diesen Beitrag schreibe, ist noch vor der Fastenzeit.
Ich hatte mir überlegt, was ich als nächstes mit euch teilen soll.
Heute Abend hab ich ein Zeugnis von einem Pastor angehört, der aufgrund verschiedener Umstände kurz davor war, zusammenzubrechen und aufzugeben. Er schrie zu Gott um Hilfe und sagte Ihm, dass er verzweifelt ist, und einfach nicht mehr kann.
Gott antwortete ihm: „Du kannst nicht, aber ich kann.“
Ich stellte mir die Frage: Wie funktioniert es eigentlich, wirklich loszulassen und Gott durch einen wirken zu lassen? Ich meine… ich weiß, dass ich ein Kind Gottes bin. Ich kenne meine Identität in Christus. Und ich weiß, dass Jesus selbst in mir lebt und durch mich wirkt. Und ich bete auch regelmäßig, dass er durch mich tut, was er tun will.
Doch… irgendwie handle ich doch aus meiner eigenen Kraft und schaffe es einfach nicht, richtig loszulassen und Gott die Kontrolle vollständig abzugeben. Irgendwie blockier ich mich so immer wieder selbst.
Ich hörte mir das Zeugnis zu Ende an. Doch ich möchte es an der Stelle nicht teilen. Ich will nämlich auf was anderes hinaus.
Nachdem ich etwas später drüber nachgedacht hab, was für einen Blogbeitrag ich schreiben kann, realisierte ich, dass ich schon länger nicht wirklich 100% mit meinem Herzen dabei war.
Es hatte sich zu einer Aufgabe entwickelt, die ich „machen muss“.
Gott hatte es mir auf’s Herz gelegt und ich will gehorsam sein. Zu Beginn tat ich auch alles mit Freude und Herz. Doch über die Zeit – mit dem vollen Alltag und unterschiedlichen Aufgaben – wurde es mehr zu einer Pflicht, und es kostete mich immer wieder viel Energie.
Und so realisierte ich, dass das nicht nur mit dem Blog und Podcast so ist, sondern auch mit vielen Dingen, die ich für’s Reich Gottes mache.
Und dann verstand ich, was ein entscheidender Schlüssel dafür ist, dass wir Gott und seine Kraft durch uns fließen lassen und wir die Dinge nicht mehr aus uns und unserer Kraft tun. Und zwar ist das: aufrichtige Liebe und Leidenschaft. Für Gott und für die Menschen.
Liebe macht den Unterschied. Liebe verwandelt einen Dienst für Gott aus schlichtem Gehorsam in eine Liebestat aus ganzem Herzen. Und wenn du etwas von ganzem Herzen tust, dann merkt das nicht nur Gott, sondern auch die Menschen. Dann werden die Menschen auf eine tiefe Weise berührt. Denn Herzen werden nur berührt, wenn die Berührung aus dem Tiefsten eines anderen Herzens kommt.
Was dabei sehr wichtig ist, ist völlige Ehrlichkeit. Zunächst zu sich selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott.
Manchmal kennen wir ein Problem oder auch Zweifel ganz genau. Doch weil die Wahrheit so schwer zu ertragen ist und wir es uns anders wünschen, verdrängen wir. Wir Menschen sind erstaunlich gut darin, uns selbst zu belügen.
Doch einen Gefallen tun wir uns damit überhaupt nicht. Denn eine Lüge kann nicht tragen. Eines Tages wird unser Kartenhaus zusammenbrechen. Und je länger wir warten, desto schmerzhafter sind die Folgen. Sowohl für uns, als auch für die anderen Menschen, die betroffen sind.
Heilung ist nur möglich, wenn wir das Problem und die Schwäche in Gottes Licht tragen. Denn wir können das Problem zwar nicht selbst lösen… aber Gott kann.
Wir müssen ihm unser Herz bringen. So wie es ist. Damit ER es heilen, formen und neu entzünden kann.
Als ich realisierte, dass mein Herz stückweit kalt geworden ist, und die Liebe, Leidenschaft und echte Hingabe mir fehlt, sprach ich mit Gott darüber. Und er nahm sich meiner an.
Ein Teil dieser Gebetserhörung – so zeigte er es mir – liegt im Fasten.
Als Gemeinde haben wir 3 Hauptanliegen für die Fastenzeit. Aktuell befinden wir uns in der zweiten Woche. Das Fasten- und Gebetsziel für diese Woche ist: Hingabe. Wir wollen uns Gott völlig hingeben. Sodass wir ihm vollständig zur Verfügung stehen.
Ein Herz, das Gott hingegeben ist, sich Gott geopfert hat, damit Er mit einem tun kann, was immer Er will- das ist alles, was Gott braucht, um durch uns zu wirken.
Denn diese Hingabe basiert auf einer tiefen Liebe. Zu Gott, zu unseren Mitmenschen und für die Dinge, die Gott uns als eine Last zur Aufgabe gegeben hat.
Wenn unser Herz – entzündet von Gott selbst – für eine Sache brennt, dann handeln und gehen wir vorwärts, weil wir es wollen. Denn wenn wir uns unser Herz Gott zur Verfügung stellen, dann verändert er unser Herz und unseren Willen.
Und wenn wir dann im Gehorsam vorangehen, dann tun wir das, was wir können und Gott macht den Rest. Diese Erkenntnis war für mich persönlich sehr wichtig.
Und Gottes Antwort auf meine Frage: „Was soll ich im Podcast teilen?“ war: Teile diese Erkenntnis. Mit allen persönlichen Schwächen, die dich zu dieser Erkenntnis herangeführt haben.
Ich hoffe, es war ermutigend für dich. Und ich hoffe, falls du mit diesr Problematik, die ich eben beschrieben hab, ebenfalls konfrontiert bist, dass es ein Trost für dich ist, nicht alleine zu sein.
Ich glaube, dass in Verletzlichkeit und völlig ehrlich seine Schwäche zu teilen, sehr viel Kraft liegt. Und ich finde, wir sollten das alle regelmäßig tun. Und uns daran erinnern, dass wir ohne Gott rein gar nichts schaffen können. Und dass wir eben auch alle nur Menschen sind. Inkl. der Tatsache, dass Fehler und Versagen zum normalen menschlichen Leben dazugehören.
Zum Abschluss dieses Themas möchte ich dir einen Teil (Übersetzung aus dem englischen) aus einem Lied zitieren, das meine heutige Message ganz gut zusammenfasst:
Die Wahrheit ist schwerer als eine Lüge
Die Dunkelheit scheint sicherer als das Licht
Und jeder hat ein Herz, das sich gern versteckt
Ich bin ein Wrack, und du bist es auch.
Wir haben Mauern errichtet, die niemand durchbrechen kann.
Ja, es mag schwer sein, aber das Beste, das wir je tun könnten:
Bring deine Zerbrochenheit und ich bring meine
Denn Liebe kann heilen, was Schmerz trennt.
Und auf der anderen Seite wartet die Gnade.
Das würde unser Leben verändern,
es würde uns befreien,
es ist das, was wir sein müssen.
Aus dem Lied `If we’re honest` von Francesca Battistelli
Ergänzend möchte ich dir noch zwei Bibelstellen mitgeben.
- Korinther 13:1-3
„Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts!“
- Korinther 10:31
„Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!“
Wir neigen dazu, in unserem Dienst schnell in einen Automatismus zu verfallen, und einfach zu tun und zu handeln. Die Liebe geht dabei auf der Strecke oft verloren.
Die Bibel erinnert uns: Egal, was wir tun, und egal welchen Dienst im Reich Gottes wir ausüben – ob in der Gemeinde, in der Mission oder im alltäglichen Umgang mit unseren Mitmenschen – LIEBE und Gott zu ehren soll unser Ziel sein.
Außerdem sollten wir uns in allen Dingen nach Gottes Prinzipien richten. Dazu gehört selbstverständlich auch Ehrlichkeit: dann geben wir Gott in unserem Leben extrem viel Raum.
Und wenn er den Raum ausfüllt, dann wird das Ergebnis sein, dass wir viel Frucht bringen und seine Kraft durch uns fließt.